++ABGESAGT++Küche, Keller, Vorratskammer

16. Mai 2020 – 16. August 2020

Besichtigung zu den Museumsöffnungszeiten.

Ein Thema voller Nostalgie und Erinnerungen an eine Zeit, die für die Hausfrauen und Mütter vieler Generationen eine große Herausforderung bedeuteten. Die tägliche Zubereitung warmer Mahlzeiten für die Familie, das Lagern von Lebensmitteln ohne Kühlgeräte oder die Haltbarmachung der saisonalen Obst- und Gemüseernten erforderten viel Zeit und körperliche Kraft. Die Wandlung der Kochstelle vom offenen Feuer über den halboffenen Kohleherd zum geschlossenen Küchenherd vollzog sich über mehrere Jahrhunderte. Das Kochen begann mit dem Einheizen des Herdes mit Holz oder Kohle, das Herbeischaffen von Wasser und das Vorbereiten der Lebensmittel. Wo heute Küchenmaschinen die Knet- und Rührarbeit erledigen, war die Muskelkraft der Hausfrau im Einsatz, Schälen, Schneiden und Raspeln von Gemüse, Obst und Nüssen nahm viel Zeit in Anspruch und das Garen der Speisen am beheizten Herd war eine anspruchsvolle Tätigkeit die viel Aufmerksamkeit erforderte. Wie sich der Ort der Nahrungszubereitung und die dafür verwendeten Gerätschaften im Laufe der Jahrhunderte verändert haben, ist im Rahmen dieser Ausstellung nur in großen Schritten nachvollziehbar. Ein Meilenstein in der Entwicklungsgeschichte der Küche war die „Frankfurter Küche“, die als Urtyp der modernen Einbauküche gilt. Großmutters Kücheneinrichtung hat mit den hochtechnisierten Designerküchen unseres Jahrhunderts keinerlei Ähnlichkeit mehr.

Ebenso verändert haben sich Keller und Vorratskammer als Lagerstätte für den Jahresvorrat eines Haushaltes. Bevor Kühlschrank und Tiefkühltruhe Einzug hielten, war ein Keller mit gestampftem Erdboden für die Lagerung von Gemüse, Sauerkrautfass, Surfleisch, Wein und anderen Getränken unentbehrlich. Die Vorratskammer, ein kühler Raum mit Steinboden war der ideale Ort, um eingemachtes Obst, Marmelade, Trockenfrüchte und eingelegtes Gemüse zu lagern. Auch Milch, Butter und andere Milchprodukte sowie Speck, Rauchfleisch und Würste waren dort – in eigenen, mit Fliegengitter versehenen Kästchen – gut aufgehoben.

Zahlreiche interessante Exponate aus unterschiedlichen Haushalten der vergangenen zweihundert Jahre geben Zeugnis von einer Küchenkultur, die sich durch den Einfluss technischer Entwicklung und Veränderung der Lebensweise gewandelt und neu orientiert hat. Der Besuch der Sonderausstellung entpuppt sich als lustvolle Zeitreise durch die Küchenkästchen und Vorratskammern unserer Vorfahren !

Gertrud Brauner-Baumgartner


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