Fuhrwerkerhaus
Tropfsteine:

In Tropfsteinhöhlen entstehen durch das Heruntertropfen kalkgesättigten Wassers Stalaktiten, von der Decke herabhängende Zapfen, und Stalagmiten, die vom Boden aus nach oben größer werden. Stalaktiten und Stalagmiten verwachsen oft zu bizarren Tropfsteingebilden.

Georg Ernst Franzke:

Einige grundlegende Überlegungen zum Gesamtkonzept

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KuMst - Höhle

Als Behausung, Zufluchtsort, Jagdstation, Kult- und Grabstätte war die Höhle Daseinsmittelpunkt, ja Daseinsbedingung der frühmenschlichen Gemeinschaften.

Die fortschreitende Zivilisation und Technisierung hat das Verhältnis der Menschen zu ihrer natürlichen Umwelt und damit auch zu den Höhlen irreversibel geprägt.

Höhlen sind besonders empfindliche und daher schützenswerte Naturgebilde!

Eine Höhle als Gesamtkunstwerk

...das ist das Konzept des Bildhauers, der eine in Europa bisher einzigartige nach innen gerichtete Raumskulptur realisierte. Auf einer Größe von nur zehn Quadratmetern wurde ein Höhlenraum gestaltet, der Geschichte erfahr- und begreifbar macht.
Die Höhlenöffnung kann ein Erwachsener nur in gebückter Haltung durchschreiten, wodurch der Innenraum größer erscheint. Sitzmöglichkeiten auf eingebauten Schwemmsteinen und Schwemmholz laden zum Verweilen ein und alle Sinne werden für ein gesamtheitliches
Höhlenerlebnis geschärft:

  • Neugier wecken
  • Erleben des Raumgefühls einer Höhle
  • Orientierung (einzige Lichtquelle war die Feuerstelle, heutzutage ist es strengstens verboten in Höhlen Feuer zu machen)
  • Vertrauen zu Licht und Wärme
  • Verschüttete Sinneswahrnehmungen (tasten, fühlen, hören...) sensibilisieren
  • Entdecken und Lernen

Im Wienerwald sind rund 280 Höhlen bekannt.

Eine Höhle im Haus

von der ersten Idee weg, lange, bevor die Bauarbeiten begannen, war klar: In ein Wienerwaldmuseum gehört eine Höhle. Denn: An keinem anderen Ort treffen Geologie und Archäologie, Funde über vergangene Kulturen und moderner Entdeckergeist so unmittelbar aufeinander.

Geworden ist die Höhle – in Zusammenarbeit mit dem Künstler Georg Ernst Franzke - etwas einzigartiges: Ein Kunst-Projekt, eine Einladung, zukünftigem in sich selbst genauso wie eigenem in der Vergangenheit nach zu spüren.

Kult-Stätte und Rückzugsmöglichkeit
Die KuMst-Höhle im Wienerwaldmuseum ist einer der vielen Sandsteinhöhlen im Wienerwald nach empfunden, wie es rund 280 im Wienerwald gibt und die wahrscheinlich immer noch Schätze aus der Vergangenheit verborgen halten. Eine Höhle wie diese war Kult-Stätte, Rückzugsmöglichkeit für die Jäger und Unterschlupf im Winter. Das Feuer hat die Tiere fern gehalten, Schwemmgut immer wieder für Überraschungen gesorgt.

All das lässt sich hier angreifen: „Eine Höhle gibt Schutz und Geborgenheit“, erläutert Dr. Michael Götzinger, der wissenschaftliche Leiter des Wienerwaldmuseums. Und plötzlich wird Urgeschichte angreifbar: Bei den Führungen, wenn die Gäste dann in der Höhle zusammen stehen, oder auf den Fellen sitzen, rücken alle zusammen. „Wie ist das Leben in einer Höhle?“ ist dann die erste Frage:

Zum Nachspüren: Leben vor 1000enden Jahren
„Manchmal ist es feucht, manchmal windig. Immer ist es finster, das Feuer wird geknistert und geprasselt haben.“, so Götzinger. Tonscherben und andere Funde zeigen, wie die frühen Menschen hier begonnen haben, künstlerisch zu arbeiten, Rituale zu begehen, Könige zu krönen und ihren Lieben nach zu trauern, sie zu bestatten.

Heute wie damals sind Höhlen für Überraschungen gut. Ein Stück Treibholz, Knochen oder Fellreste liegen herum, bizarre oder bekannte Tiere huschen vorbei - weisse Asseln, ein Marder. „Der Raum, in dem die Zeit zeitlos versteht“ hat Georg Ernst Franzke über die Höhle geschrieben.

Die KuMst-Höhle war im ganzen deutschsprachigen Raum die erste künstliche Höhle, die in einem
Museum nach gebaut worden ist. Und sie ist die einzige, die man auch mieten kann: Für Geburtstagsfeste und Gruppenerlebnisse der besonderen Art. Infos zu den Öffnungszeiten im Wienerwaldmuseum!
Barbara Chaloupek

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