Fuhrwerkerhaus
Gips

monoklin-prismatisches Mineral aus wasserhaltigem, schwefelsaurem Kalk. CaSO4.2H2O, Calciumsulfat mit Wassergehalt. In Ton und Mergel sowie in Hohlräumen von Gips- oder Salzgebirgen. Gips ist im Allgemeinen farblos, aber auch durch Ton oder Eisenerz grau, gelblich oder rötlich gefärbt.

Hochofenprozess zur Roheisen- gewinnung:

Funktionsprinzip:
Durch die sog. Gichtglocke [1] wird Möller (Eisenerz und Zuschläge z.B. Kalkstein, Bauxit od. Sande) und Koks eingebracht. Durch verbrennen des Kokses wird in verschieden Stufen (Zonen) das Roheisen aus dem Eisenerz heraus- geschmolzen. Um die Verbrennung in Gang zu halten wird über Ringleitungen [gelb] Heißwind in den Schacht eingeblasen.
Die Zonen:
[2] Vorwärmzone
ca. 200°C - 400°C
[3] Reduktion
ca. 400°C - 1400°C
[4] Aufkohlung
ca. 800°C - 1500°C
[5] Schmelzen
ca. 1500°C - 1800°C
Moderne Hochöfen erreichen eine Leistung von ca. 10 000 Tonnen Roheisen pro Tag

Geologie

Der Wienerwald umfasst das Gebiet, das vom Tullner Becken im Norden, der Thermenlinie im Osten, dem Triestingtal im Süden und von der Linie Hainfeld - Neulengbach - Tulln im Westen umrahmt wird.

Gemäß dem geologischen Aufbau werden in den drei ersten Vitrinen die größten Einheiten (Kalkvoralpen, Flyschzone, Jungtertiäre Beckenfüllungen) in Wort, Bild und Stein anschaulich gemacht.
Darauf folgen ausgewählte Beispiele des Bergbaus (mineralische Rohstoffe, Gesteine und Kohle) der Wienerwaldregion.

Kalkvoralpen

Die Kalkvoralpen (auch "Kalkwienerwald" genannt) bilden den Südrand des Wienerwaldes und entstanden im Erdmittelalter. Beginnend mit den Gipsausscheidungen an der Basis der Kalkalpen vor 245 Millionen Jahren über die Lebenswelt der Ammoniten bis zum plötzlichen Aussterben der Saurier vor 65 Millionen Jahren spannt sich der Überblick. Zu sehen sind überwiegend Meeresablagerungen, die zu Stein geworden sind und bis heute als Rohstoffe genutzt werden: z.B. Gips, Kalkstein und Dolomit

Flyschzone

Flächenmäßig die größte Zone bildet die Flyschzone (auch "Sandsteinwienerwald " genannt), die vor allem von Quarzsandsteinen aufgebaut wird. Es handelt sich um Meeresablagerungen, die vor rund 100 Millionen Jahren einsetzten und durch einen Wechsel von Sandsteinbänken mit tonig-mergeligen Lagen charakterisiert sind. Aus der damaligen Zeit sind uns meist nur noch Lebensspuren überliefert. Der Sandstein wird besonders als Baustein (Haus-, Stütz- und Begrenzungsmauern) eingesetzt.

Jungtertiäre Beckenfüllungen

Die Ablagerungen jüngerer Sedimentbecken (Baden, Sarmat, Pannon), die auf Kalk oder Sandstein erfolgten, sind Gegenstand der dritten Vitrine. Die Erdneuzeit (Tertiär) wird in Form eines Profilschnittes vom Festland über Uferzonen bis in die Tiefsee ("Badener Meer") dargestellt. Die Gehäuse von Muscheln und Schnecken, die vor 25 bis 10 Millionen Jahren lebten, sind denen ähnlich, die wir heute noch an den Stränden des Mittelmeeres finden können. Die Tegel und Tone bilden Rohstoffe für die Ziegelindustrie.

Kohle

Im Bereich des Wienerwaldes wurden Kohlen unterschiedlichen Alters abgebaut.
Stellvertretend dafür wurde der "Barbara Stollen 1847" des Starzinger Glanzbraunkohlen-Bergwerks nachgebildet.
Ein Grubenhunt (Kastenlore) mit Werkzeug und ein idealisiertes Gesteinsprofil mit einem Kohleflöz an der Stollenrückwand ("Ortsbrust") geben einen Eindruck von der regen Bergbautätigkeit.

Mineralogie und Rohstoffe

Beispiele für die Mineralogie und Rohstoffkunde des Wienerwaldes vermittelt die Vitrine mit mineralischen und metallischen Rohstoffen. Der Bogen spannt sich vom Donaugold (siehe Abb. unten) aus dem Tullner Becken über Eisen- und Aluminiumerze, Quarz und Feuerstein, Gips, Kalkstein und Dolomit, Mergel, Tone und Sande bis zur Kohle. Beispiele für ihre Verwendung werden, auch im Modell, vorgestellt. Minerale und Versteinerungen unter der Lupe ermöglichen den Einblick in die Wunderwelt der Kristalle.

Im Bereich "Mineralogie aktiv" können Sie sich in direkten, "begreifbaren" Experimenten von der Vielfalt der Eigenschaften von Mineralen überzeugen: Kristalloptik des Kalkspates, Härte von Mineralen, Farbe und Strichfarbe, elektrische Leitfähigkeit und Magnetismus sind charakteristische Merkmale.
Die Ziegelecke gibt Auskunft über die etwa 7500 Jahre alte Geschichte des Hausbaues mit vorgeformten und gebrannten "Bausteinen" aus Menschenhand.

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