Fuhrwerkerhaus
Bronze

Sammelbezeichnung von Kupferlegierungen mit mehr als 60 Prozent Kupfergehalt sowie Zinn (gebräuchliches Mischungsverhältnis: 4/5 Kupfer und 1/5 Zinn). Weitere Zusätze v.a. Blei, Silber, Zink, Arsen.

Wussten Sie:

...dass in der Gegend von Rax und Schneeberg in der Bronzezeit kupferhältiges Erz abgebaut wurde?

...dass sich im Wienerwald eines der größten Metalldepots Europas aus der Urgeschichte befand?

...dass das Volk der Kelten ihre Münzen nach griechisch-römischen Vorbildern prägte.

Dendrochronologie:

Eine wichtige Altersbestimmungsmethode ist die Dendrochronologie. Sie wird in einem eigenen Bereich unter besonderer Berücksichtigung des Wienerwaldes dargestellt werden.

Archäologie

Wer durch den Wienerwald wandert, wird selten noch die Spuren ur- und frühgeschichtlicher Bewohner dieser Region entdecken. Und doch gibt es diese.

Bereits ab dem Neolithikum (Jungsteinzeit) ist eine Besiedelung der Wienerwaldregion nachweisbar. Mit unseren ur- und frühgeschichtlichen Themen soll bei den Museumsbesuchern das Interesse geweckt werden, den Spuren dieser frühen Bevölkerung selbst im Gelände nachzugehen oder eines der vielen örtlichen Museen aufzusuchen.

Eine Übersichtstafel ermöglicht die zeitliche Einordnung sowie die Zuordnung zu bedeutenden historischen Daten der Weltgeschichte.

Jungsteinzeit
ca. 5000 - 2300 v. Chr.

Im Mittelneolithikum (mittlere Jungsteinzeit) vor über 6000 Jahren befand sich auf der Antonshöhe in Mauer ein Bergbaubetrieb. Hier wurde Hornstein (Radiolarit) für Steinklingen und Pfeilspitzen gewonnen. Farblich unterschiedliche Bruchstücke dieses Hornsteins sowie Geweih- und Steinwerkzeuge werden in der zugehörigen Vitrine gezeigt. Im besonderen wird auf die Geologie und Rohstoffvorkommen eingegangen.

Bronzezeit
ca. 2300 - 800 v. Chr.

Wesentlich mehr Fundstellen treten mit der Bronzezeit auf. So siedelten ab der Urnen-felderzeit um 1200 v.Chr. Menschen auf dem Buchberg bei Maria Anzbach und auf dem Georgenberg bei Purkersdorf. Funde von Rohkupferfladen oberhalb der Cholerakapelle im Helenental geben einen Hinweis auf ein ehemals dort vorhandenes wichtiges Kupferverarbeitungs- oder -handelszentrum (?).
Vermutlich verlief hier eine durch Befestigungen gesicherte Handelsstraße. Der Bedeutung dieser Epoche entsprechend ist die Ausgestaltung einer Vitrine über die Kupfer-, Bronze- und anschließende Eisenzeit vorgesehen.

In einer Eckvitrine sind Originalfunde (Ösenhalsreifen, Spangenbarren-Geld, große Sichel) sowie originalgetreue Nachbildungen aus der Bronzezeit vorhanden.

Die Eisenzeit
ca. 800 - 15 v. Chr.

Mit der Eisen- und Salzgewinnung beginnt die sogenannte Hallstattkultur. Eine lebensgroße weibliche Figur in Hallstatt-Tracht beim Brettchenweben stellt einen Hinweis auf diese
Kulturperiode dar. Mit der symbolhaften Nachbildung eines Salzherzens soll auf die Salzgewinnung als bedeutendem Wirtschaftszweig hingewiesen werden.

Aus der jüngeren Eisenzeit (500 - 15 v.Chr.) stammt ein Kriegergrab mit Grabbeigaben der La Tène-Periode . Derzeit sind drei norische Kleinmünzen und eine
Keltenfibel zu sehen.

Die Römerzeit

In der gegenüberliegenden Mittelvitrine wird ein Überblick über die Römerstraßen und -wege im nördlichen Wienerwaldbereich unter besonderer Berücksichtigung der unmittelbaren Umgebung von Eichgraben gegeben. Außerdem sind Terra sigillata-Scherben und einfache Keramik mit Gegenständen des täglichen Gebrauchs ausgestellt.

AUREUS (Nachguss) des Lucius Septimius Severus, (*146 n. Ch., reg. 193-211), Rv: Söhne des Septimius SeverusIm anschließenden Raum sind römische Münzen zu sehen, wobei deren Bedeutung als Nachrichten- und Propagandamittel erläutert wird. Darüber hinaus ist der Lebenslauf der auf den Münzen dargestellten Kaiser und deren Frauen angegeben. Eine Besonderheit stellt die Analyse des Silbergehaltes der vorhandenen Münzen dar. Ebenso wie dieser zeigt auch das Münzgewicht deutliche Schwankungen, bedingt durch die jeweilige wirtschaftliche Situation Roms.

Den Abschluss der ur- und frühgeschichtlichen Sammlung stellt eine im Freien errichtete Nachbildung eines Römergrabes aus dem 1./2. Jhdt.n.Chr. mit Brandbestattung dar.
Derartige Gräber waren in unserem Raum sehr zahlreich vorhanden, sind jedoch heute durch Wegebau oder Verwuchs oft kaum noch zu erkennen.

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